Durch den globalen Wissenstransfer steht österreichischen Weinmachern nun die gesamte Bandbreite an neuesten Methoden und Technologien zur Verfügung. Der Qualitätsschub in den letzten zwanzig Jahren zeigte große Auswirkungen und war besonders beeindruckend in den letzten zehn Jahren.
Allen historischen Aufzeichnungen zum Trotz, nach denen Cabernet Sauvignon während der Reblaus-Katastrophe aus den k.-u.-k. Gärten des österreichisch-ungarischen Imperiums wieder ins Bordelais gebracht wurde, war es doch Anton Kollwentz 1981, der diese Rebsorte in Österreich wiedereinführte. Da man sich früher vor allem auf die Technik des Weißweinmachens verstand, fielen fast alle Rotweine in den Anfängen leicht und fruchtig aus. Was sich aber grundlegende geändert hat. Heute spielen komplexe Cuvées und ebensolche reinsortigen Weine die Hauptrolle. Das österreichische Weingesetz ist äußerst streng in der Qualitätskontrolle, gibt aber den Winzern einige Freiheiten in Bezug auf Rebsortenwahl und Verschnittpartner. Eine sehr renommierte Gruppe von Winzern im Burgenland produziert unter dem Namen Pannobile regionstypische, barriquegereifte Cuvées, die vor allem aus Zweigelt, Blaufränkisch und Sankt Laurent gemacht werden, die mit Cabernet Sauvignon oder Pinot Noir als „kleinere Partner“ verschnitten werden.
Obwohl führende österreichische Weinmacher ihre besten Weine schon seit langem in neuen, kleinen Eichenfässern reifen lassen, erzählt der Önologe Andi Kollwentz: „Die malolaktische Gärung wurde von vielen österreichischen Weinmachern lange nicht wirklich verstanden bis zur historischen Ernte 1990.“ Bezüglich der derzeit eingesetzten Methoden meint Josef Pöckl, Produzent einer der meistgesuchten österreichischen Rotweine: „Alle Techniken werden sehr überlegt eingesetzt ... oder ganz bewusst nicht verwendet, das hängt von der Philosophie des einzelnen Winzers ab, von der Rebsorte und den Bedingungen bei der Ernte.“ Die Rotweinlandschaft Österreichs ist eine Schatzkiste für Weinliebhaber, die außergewöhnliche handwerkliche Weine suchen, die geschmacklich mehr bieten als der stark verbreitete Cabernet.

Anton Kollwentz setzte hohe Qualitätsstandards und „infizierte“ auch seinen Sohn Andi mit seinem Perfektionismus und seiner Innovationskraft, bevor er ihm das Weinmachen übertrug.