Die warmen Tage in der Steiermark, die von kühlen Nächten gefolgt werden, sind wie geschaffen für Rebsorten wie Sauvignon Blanc wie man in den Vollzeit-Weinbaubetrieben der Familien Skoff und Wohlmuth auch bei internationalen Verkostungen immer wieder zeigt. Viele Fans behaupten, dass einige der weltbesten Sauvignon Blancs auf den Schiefer- und Mergelböden dieses Teils der österreichischen Weinlandschaft wachsen und dass sich diese Rebsorte zur Leitsorte der Region entwickelt. Es gibt zwei verschiedene Stile in der Steiermark, den leichten, fruchtigen Sauvignon, der nach frisch gemähtem Gras und Stachelbeeren duftet und dafür gedacht ist, jung getrunken zu werden, und ein reiferer, vollerer Typ, der nach Holunderblüten und exotischen Früchten riecht und ein langes mineralisches Finish hat. Weine des zweiten Stils bekommen in guten Jahren eine kleine Dosis Eiche verpasst und haben ein größeres Reifepotenzial.
Morillon ist der steirische Name für Chardonnay. Einige der größten Weine der Steiermark sind aus dieser Rebsorte, die ebenfalls in zwei Stilen zu finden ist. Der traditionelle steirische Morillon wird im Stahltank kühl vergoren und hat eine klare, geradlinige Struktur mit einigem Volumen und einer eleganten, fruchtigen Säure. Der internationale Stil ist üppiger, cremig, sinnlich mit klarer Säurestruktur und einiger Reifezeit im Eichenholz. Neues Holz wird nur in kleinen Dosen eingesetzt, mit dem Ziel internationales Flair zu bringen, ohne die für die Region typischen Fruchtaromen zu überdecken. Manfred Tement hat seine ersten Weine mit 16 gemacht und wurde bald zum prominentesten Weinmacher der Steiermark. Sein Morillon aus der Lage Zieregg nimmt es jedes Jahr mit den besten Chardonnays der Welt auf. Wenn man ihn über die Techniken befragt, die er verwendet, um eine derartige Kontinuität in der Qualität zu erreichen, antwortet er bescheiden: „Wirklich gute Weine machen sich selbst.“
Muskateller ist eine Spezialität in der Steiermark, nirgends zeigt man die Finesse dieser Rebsorte besser als bei Riegelnegg. Die Rebsorte gehört zur Muskat-Familie wird in der Steiermark so gut wie immer knochentrocken, leicht und elegant ausgebaut. Diese äußerst aromatische regionale Spezialität hat einen süßen Duft nach Muskattrauben, schmeckt leicht und trocken und eignet sich daher speziell als Aperitif.
Pinot Gris ist in Österreich als Grauburgunder oder Ruländer bekannt. In der Steiermark ist er so gut wie immer trocken, vollmundig und würzig mit einer angenehm fruchtigen und harmonischen Säure. Am Pössnitzberger Römerstein, der zum Weingut Eduard Tscheppe gehört, entsteht ein besonders erfolgreicher Pinot Gris, der sich von anderen in dieser Region vor allem durch ausgeprägte Cremigkeit und komplexe Mineralität unterscheidet.
Die Steirer unterscheiden zwischen Gewürztraminer-Klonen und bezeichnen den weniger würzigen Traminer respektive Roten Traminer. Die Weine dieser Rebsorte begeistern vor allem, wenn sie auf den vulkanischen Böden der Südoststeiermark gewachsen sind. Der Betrieb von Anna und Albert Neumeister setzt durch seine klaren ultramodernen Linien nicht nur in der Architektur Zeichen, sondern auch in seinen Weinen, Traminer eingeschlossen. Die kräftige steirische Säure verhindert, dass dieser Wein, der intensiv nach Rosen und Gewürzen duftet, geschmacklich zu seifig und ölig wird.
Hohe schlanke Laubwände, gut durchlüftet und ideal zur Sonne ausgerichtet, sind bei Wohlmuths das Geheimnis für absolute physiologische Reife.

Wein ist in Österreich generell eine Familienangelegenheit. Die Polz-Brüder sind glücklich über ihre Arbeitsteilung: Walter ist in den Weingärten, Erich im Keller.