Manfred Tement war einer der ersten steirischen Weinbauern, die mit malolaktischer Gärung und der Reife von Teilmengen in kleinen Eichenfässern in den frühen Achtzigern Erfolg hatte. Benachbarte Kollegen wie Ulrike und Alois Gross, Willi Sattler und die Polz-Brüder, alle in der Südsteiermark beheimatet, folgten seinem Beispiel und produzierten, zusätzlich zu ihrer Linie der Steirischen Klassik, Lagenweine, die auf ein internationales Publikum ausgerichtet waren. Betriebe wie diese haben wesentlich mehr getan, als die traditionell rassigen steirischen Weißweine einfach nur in Eichenfässer zu geben. Weinmacher Walter Polz: „Wesentlich wichtiger als die Technik des Weinmachens ist die Qualität der Trauben im Weingarten.“ Und seine Weinmacher-Freunde teilen diese Meinung. Sie haben die Weingartenarbeit verbessert und produzieren, bessere, gesündere und reifere Trauben, die Schiefer, Sand, Mergel und Kalkböden der Südsteiermark und die Basalt- und vulkanischen Böden der Südoststeiermark im Geschmack ausdrücken.
Die Mechanisierung der Arbeit in den steilen Weingärten ist unmöglich. Rebschnitt und Laubarbeit, das Ausrichten der Triebe und das Entfernen der Blätter in der Traubenzone sind notwendige Tätigkeiten, die in dieser regenreichen Region per Hand erledigt werden müssen. Die Weingärten stehen auf süd- und südwestexponierten Hängen, um die Sonneneinstrahlung im Herbst möglichst lange ausnützen zu können. Die Trauben werden in mehreren Durchgängen gelesen, um sicherzugehen, dass sie physiologisch vollreif sind. All diese mühsamen Arbeiten im Weingarten haben im Großen und Ganzen zum Erfolg und Kultstatus der Steiermark beigetragen.
Die gefiederte Kollegen haben bald entdeckt, dass diese klappernden Windmühlen ein Signal für süße Trauben sind. Dieser typische steirische Klapotetz ist eine nostalgische Dekoration am Gross’schen Nussberg.