Zu jeder Tour gibt es ein Interview mit einem jungen Insider der Weinbranche.
Eduard Tscheppe ist mehr oder weniger auf dem Weingut aufgewachsen und hat sein untrügliches Gespür für neue Trends wohl von seinem Vater Roland geerbt. Eduard setzt die 150 Jahre alte Familientradition fort und hat den modernisierten Betrieb auf 45 Hektar erweitert. Die Qualität eines Weines entsteht im Weingarten durch penible Laubarbeit und strenge Ertragsbeschränkung und setzt sich im Keller fort, wo moderne Weinbereitungstechnologien mit Bedacht und viel Gefühl eingesetzt werden.
Was ist an der österreichischen Weinszene am interessantesten?
Die hohe Dichte an Qualitätsweinen aus der Topliga mit einer bemerkenswerten Bandbreite an Stilen und Geschmacksausprägungen in einem derart kleinen Land, lassen das Herz eines jeden Weinliebhabers höher schlagen.
Was schätzen Sie an der Steiermark am meisten?
Wenn ich den Sonnenaufgang von einem der Hügel aus beobachte, habe ich dazu sehr intensive Gefühle. Das Licht, der Geruch des Taus, der Gesang der Vögel, die kühle Luft, die Einsamkeit – alles ist Teil eines Augenblick der völligen Verbundenheit mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft dieser Landschaft.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?
Jeder Tag und jedes Jahr ist anders. Man muss sich seine Spontaneität bewahren, Prioritäten setzen und mit den täglichen Anforderungen des Weingartens und des Weins im Keller leben. Meine Belohnung ist die Freude, die Menschen mit dem fertigen Wein haben.
Wenn Sie einen Wein für eine der folgenden Gelegenheiten auswählen würden, welcher wäre das?
Ein Rendezvous?
Ich würde einen Gelben Muskateller aus der Steiermark nehmen, weil er leicht und duftig ist und einen exzellenten ersten Eindruck vermittelt. Eine Flasche und ein Rendezvous werden sicher ein zweites nach sich ziehen...
Ein Abendessen mit sehr guten Freunden?
Meine Wahl fiele auf einen klassisch ausgebauten Weißburgunder, weil er fast zu jedem Essen passt, sehr dezent ist, aber Rückgrat hat und von gutem Geschmack zeugt.
Auf eine einsame Insel?
Ich würde mir einen Wein wünschen, der sein Aroma lange behält und sich gut im Glas entwickelt, also würde ich einen Gewürztraminer nehmen und ihn in kleinen homöopathischen Dosen trinken.
Eduard Tscheppe verwendet gerade soviel Holz wie nötig ist, um die cremige Textur und das Terroir hervorzuheben, ohne die Frucht seines Pinot Gris zu überdecken.