Haben Sie sich je gefragt, was „pfeffrige Frucht“ oder „mineralisches Finish“ in der Beschreibung eines typischen Grünen Veltliner eigentlich bedeutet? Verlieren Sie auch den Überblick angesichts all der seltsamen Begriffe auf österreichischen Weinetiketten? Würden Sie die auch gerne aussprechen können ohne Knoten in der Zunge? Oder brauchen Sie vielleicht ein Heilmittel gegen das ABC-Syndrom? Kein Problem, Hilfe naht. Das „Weinabenteuer Österreich“ wird alle diese Fragen und so einige darüber hinaus beantworten!
Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, sollten wir einen Überblick über die derzeitige Situation der österreichischen Weinwirtschaft bekommen. Ein kurzer Blick auf die Geschichte des österreichischen Weins zeigt, dass unser bevorzugtes Getränk hier seit 2500 Jahren gekeltert und getrunken wird.
In den letzten Jahren gab es wichtige Änderungen in Österreichs Weinwirtschaft. Die Kleinstrukturiertheit der österreichischen Produzenten wurde früher als größtes Handicap empfunden, hat sich aber in der Zwischenzeit als eine der großen Stärken erwiesen. Kleine Familienbetriebe, von denen jeder einzelne seine eigene Philosophie verfolgt und in denen jedes Detail kontrolliert wird, erzeugen vor einem handwerklichen Hintergrund charaktervolle Weine von erstaunlich hoher Qualität. Erfolgreiche Produzenten von Rieslingen und edelsüßen Weinen haben ihren Nachwuchs in die Welt hinaus geschickt, damit sie in Burgund, Bordeaux, Kalifornien, Italien und Australien lernen. Die neue Generation von jungen Weinmachern kamen zurück mit dem Know-how über moderne Technologien, aber auch mit der Einsicht, dass Österreich etwas Einmaliges zu bieten hat, und dass es nicht notwendig ist, irgendeine andere Region dieser Erde zu kopieren.
Das Wissen über das Potenzial der besten autochthonen Rebsorten und die Erkenntnis, dass das Burgenland und auch einige Ecken in Niederösterreich ideales Klima und Bodenverhältnisse für die Herstellung von hochwertigen Rotweinen haben, brachte ein neues Selbstverständnis hervor. Anstatt noch mehr Cabernet oder Chardonnay für einen gesättigten Markt zu erzeugen, konzentriert man sich in Österreich auf heimische Sorten wie Grüner Veltliner, Neuburger, Zierfandler, Blaufränkisch, Zweigelt und Sankt Laurent.
© 2005 Julia Sevenich