Neu angelegter Weingarten in Abendstimmung
Junger Sproß einer Rebe
Wein und Essen in perfekter Harmonie

Boden und Klima

Alljährlich werden auf der Welt rund 280 Millionen Hektoliter Wein erzeugt; Österreich hat daran einen Anteil von allenfalls einem Prozent. Ein kleines Weinland wie Österreich sieht seinen Weg in der Produktion hochwertiger Weine. Vier Komponenten sind hier entscheidend: der Boden, das Klima, die Reben – und letztlich der Mensch, der den Wein macht und dabei auf eine Harmonie zwischen dem Boden, den kleinklimatischen Verhältnissen und der Wahl der richtigen Rebsorten zu achten hat.

Der Boden

Der Boden prägt den Wein, er hat ein Mitbestimmungsrecht beim Charakter und der Qualität. Man kennt dabei zwei Extreme: die luftig-leichten und die schwer-dichten Böden.

Sandige, leichte Böden wie Löss erwärmen sich sehr rasch und können bei ausreichender Wasserversorgung zu Spitzenqualitäten beim Wein beitragen. Schwere, tonreiche Böden besitzen ein gutes Wasserspeichervermögen und neigen daher leicht zu stauender Nässe. Meist bringen die schweren Böden höhere Erträge, sie liefern aber auch extraktreiche, kräftige Weine. Dagegen sind sandige, leichte Böden (auch mit dem so genannten Urgestein) eine Voraussetzung für schlanke, aber elegante, fruchtige Weine.

In Österreichs Weinbergen gibt es eine Vielfalt unterschiedlichster Böden. Im Weinviertel dominiert beispielsweise Löss, ebenso im Donautal. Bei Krems und Langenlois sowie in der Wachau herrscht Urgestein vor, in der Thermenregion sind es Kalkböden. Höchst unterschiedlich sind die Bodenarten im Burgenland; die Palette reicht vom Schiefer (beim Leithagebirge) über Lehm, Mergel, Löss bis zum reinen Sandboden. Braunerde und Vulkanböden (bei Klöch) sind vor allem in der Steiermark zu finden.

Das Klima

Die Weingebiete liegen in insgesamt gemäßigten Klimazonen ohne Extreme, etwa auf dem 47. und 48.Breitengrad, vergleichbar zum Beispiel mit dem französischen Weinbaugebiet Burgund. (Zur Orientierung: Baden, südlich von Wien, liegt ziemlich exakt auf dem 48. Breitengrad.)
Die Vegetationszeit vom Austrieb im Frühjahr bis zum Blattfall im Herbst beträgt ja nach Sorte bis zu 200 Tage. Warme, sonnige Sommer und lange, milde Herbsttage mit kühlen Nächten sind typisch für die meisten österreichischen Weinbauregionen. Die jährlichen Niederschläge betragen im Osten manchmal nur 400 Millimeter; in den Weinbaugebieten der Steiermark können es 800Millimeter und mehr sein. Einfluss auf das Klima in den Weinregionen haben der Donaustrom als Wärmereflektor und Temperaturausgleicher sowie der große Neusiedlersee, an dessen Ufern im späten Herbst meist Beeren- und Trockenbeerenauslesen heranreifen.

Nicht unwichtig ist auch die Höhenlage; meist sind es etwa 200 Meter Seehöhe. In Niederösterreich bewirtschaften die Weinhauer noch bis zu 400 Meter Höhe ihre Weingärten; die höchstgelegenen Weinorte österrreichs befinden sich im steirischen Sausal (Kitzeck, St.Andrä mit Weinbau zwischen 540 und 560 Metern Seehöhe).