Herbst in den Weingärten des Kamptales
Junger Sproß einer Rebe
Wein und Essen in perfekter Harmonie

A la Carte Ausgabe 02/2006

14 Winzer, 14 Charaktere und ein Ziel

Vor rund einem Jahrzehnt hat die Erfolgsgeschichte der „Wagramer Selektion“, die dann im Jahr 2001 neu formiert wurde, begonnen; heute sind es 14 Betriebe, die – zumeist von jungen, dynamischen Winzern geleitet – ihr Ziel unbeirrt weiterverfolgen: die Spitzenqualität für ihre Wagramer Weine anzustreben und zu perfektionieren.
Text: Viktor Siegl

Der Wagram – ein einziger Südhang.

Einige Kilometer östlich von Krems beginnt die Wagram genannte, in ihrer Mächtigkeit in Europa einzigartige Lössstufe, die sich sozusagen als einziger Südhang fast bis nach Stockerau erstreckt. Gebildet wurde die Steilstufe des Wagram von einer bis zu 20 Meter tiefen Lössschicht, die von den austrocknenden Ufern des zurückgehenden Urmeeres dorthin verfrachtet wurde.

In diesem sandigen Lehm können die Wurzeln der Rebstöcke auch in heißen Jahren fast immer ausreichend Wasser vorfinden und jene Nährstoffe aufnehmen, die den Wagramer Weinen tiefe Würze und cremige Textur verleihen, wie sie etwa für den regionalen Veltliner als mit Abstand wichtigste Rebsorte so charakteristisch sind.

Rund 90 Prozent der Wagramer Lagen ruhen auf diesem Lössboden, der Rest verteilt sich auf Urgestein und den sogenannten roten Schotter, der speziell Riesling viel Schliff und Rasse gibt.
Gesuchte Raritäten dieses äußerst kompakten Weinbaugebietes, in dem sich die Weinorte von Feuersbrunn im Westen bis Königsbrunn im Osten wie eine Perlenreihe aneinander fügen und das in einer halben Stunde vom Wiener Stadtrand bequem zu erreichen ist, sind der Rote Veltliner, der nunmehr eine gewisse Renaissance erfährt, und der Frührote Veltliner, der schon im leichteren Bereich und als ganz jugendlicher Wein seine Facetten auszuspielen vermag. Weitere wichtige Rebsorten, die die Wagramer Palette ergänzen, sind beispielsweise Weißburgunder, Chardonnay und Traminer; auch die Rotweine haben den Rang eines Nischenprodukts überschritten, wobei sich im Speziellen Zweigelt und Pinot Noir für das Wagramer Terroir zu eignen scheinen.

Durch die unmittelbare Ausrichtung nach Süden, welche die meisten Wagramer Weinbaurieden genießen, ist eine optimale Sonneneinstrahlung garantiert, wobei das Mikroklima am Schnittpunkt des rauen Waldviertels, von dem über Nacht kühle Winde herabstreichen, und des pannonischen Binnenklimas, wie es etwa für das Tullner Becken typisch ist, für Weinbau nahezu optimal ist; für eine ausgleichende Wirkung sorgt schließlich noch das im Süden liegende breite Band des Donaustromes.

Ein eigenständiges Weinbaugebiet mit Profil.

In der Praxis hat sich der formal unter Donauland firmierende Wagram – zum Donauland zählen im Wesentlichen noch die verstreuten Weinbauflächen zwischen Atzenbrugg und Tulbing sowie die traditionellen Weinbaufluren im Raum von Kritzendorf, Weidling und Klosterneuburg – längst als eigenes Weinbaugebiet etabliert. Entscheidend dazu beigetragen haben Faktoren wie Geschlossenheit der Weinbauflächen, eigener Bodentyp und kleinklimatische Einflüsse sowie das Aufleben eines sanften Tourismus.

Nicht zu unterschätzen ist für die Aufwärtsentwicklung der Wagramer Region aber das nimmermüde Wirken von Vereinigungen wie „Wagramer Selektion“ und „Weingüter Wagram“, wobei auf allein kämpfende Weinbaupioniere wie Karl Fritsch, Bernhard Ott oder Anton Bauer nicht vergessen werden sollte. Für die „Wagramer Selektion“ hat der seinerzeitige Obmann Horst Kolkmann, der vor kurzem aus beruflichen Gründen sein Amt an Bernhard Ecker weitergegeben hat, unter seiner Ägide bereits einen regen Informationsaustausch, gemeinsame Verkostungen und Kontakte zu anderen Vereinigungen wie zum Interprofessionellen Komitee gepflogen.

Nunmehr hat die zweitälteste aktive Winzervereinigung (nach der Vinea Wachau) eine ganz junge Führungsriege erhalten, die mit ihrem niedrigen Durchschnittsalter dem Gesamtbild der 14 Mitgliedsbetriebe entspricht; diese werden nämlich fast ausschließlich von sehr jungen Weinmachern geführt, für die ein schwungvoller Auftritt charakteristisch ist.
Und eben dieses gemeinsame Auftreten als geschlossenes Team auf Messen, Präsentationen und anderen Veranstaltungen sieht der Vorstand der „Wagramer Selektion“ auch als wichtigstes Bindeglied für seine Vereinigung an. Als zumindest mittelfristiges weinbaupolitisches Ziel wird die Schaffung eines eigenen Weinbaugebietes Wagram, das glücklicherweise über ganz einfach zu ziehende Grenzen verfügen würde, ohne Umschweife definiert; erst nach der entsprechenden Neufassung des Weingesetzes sollte über eine etwaige DAC Wagram im Sinne einer Stärkung des Herkunftsgedankens nachgedacht werden.

Frühlingserwachen am „kostbaren“ Wagram.
Im Detail sind als nächste gemeinsame Auftritte unter anderem der Linzer Weinfrühling am 21. April 2006 und die beiden Weinmessen Vinova vom 2. bis 5. April 2006 im Messezentrum Wien-Neu und VieVinum vom 10. bis 12. Juni 2006 in der Hofburg zu nennen; an Ort und Stelle präsentiert sich der „kostbare“ Wagram während des schon traditionellen Weingipfeltreffens inmitten der schönsten Rieden am Hengstberg und vor allem in Gestalt der offenen Winzerhöfe von Feuersbrunn bis Stetteldorf im Rahmen des am 6. und 7. Mai 2006 stattfindenden „Frühlingserwachen Wagram“. Abgerundet wird das vinologische Jahresprogramm durch zahlreiche Veranstaltungen anlässlich des Niederösterreichischen Weinherbstes, die aber von den einzelnen Weinbauorten eigenständig organisiert und beworben werden.

Glücklicherweise verfügt das zukünftige Weinbaugebiet Wagram über eine breit gestreute kulinarische Auswahl, die von der Top-Gastronomie über gutbürgerliche Gasthäuser bis zu urigen Buschenschanken reicht; und wer an Ort und Stelle so viel von den guten Tropfen verkosten möchte, wie ihm Spaß macht, findet auch zahlreiche Möglichkeiten für die Übernachtung in komfortablem Ambiente vor. Die Gemütlichkeit der Bewohner, die rasche Erreichbarkeit samt der geringen flächenmäßigen Ausdehnung und die sanfte Landschaft weitab jeden Ferien-Rummels sind offensichtlich auch jene Pluspunkte, die für ein gewisses Aufleben des sanften Tourismus gesorgt haben. Dazu zählen natürlich in erster Linie der Weintourismus, der die Quantität der Ab-Hof-Verkäufe – ganz entgegen dem landläufigen Trend – sogar ansteigen ließ, samt dem eben genannten kulinarischen Angebot, aber auch der Radtourismus – endlich gibt es auch entsprechende Karten und klare Beschilderungen – und das Wandern durch die Weinbaufluren und tief in den Löss gegrabenen Kellergassen.

Diese „unspektakulären“ Höhepunkte gehören zu den immer beliebter werdenden Kurzurlauben, wie sie längst nicht nur von Wiener Gästen, sondern auch Besuchern aus dem Westen und dem süddeutschen Raum etwa an einem verlängerten Wochenende immer öfter absolviert werden. Die anhaltende Tendenz zu Weinreisen bestärkt gewissermaßen die althergebrachte Vertriebsschiene des Ab-Hof-Verkaufs, freilich sind Partner im Fachhandel und in der Gastronomie unentbehrlich; auf den der Struktur des Betriebes entsprechenden Mix kommt es eben an. Apropos Vertrieb: Wer einen wichtigen Wein vergessen hat oder nicht zu viele Weingüter einzeln besuchen möchte, findet im wunderschönen Ambiente der Gebietsvinothek „Alter Winzerkeller“ in Kirchberg am Wagram, also im Herzen der Region, eine reiche Auswahl von Weinen aus allen Wagramer Weinbauorten zu fairen Preisen vor.

Der dornige Weg zu Logo und Champion.

Mit den Zielen einer Homogenität und kontinuierlichen Qualität vor Augen werden sämtliche Mitgliedsbetriebe der „Wagramer Selektion“ – und das dürfte für österreichische Markenschutzvereinigungen ziemlich einzigartig sein – jedes Jahr aufs Neue verkostet und klassifiziert. Dabei muss jeder Betrieb mindestens

fünf Weine zur Verkostung einreichen, um Eintagsfliegen hintanzuhalten, wobei die meisten Mitgliedsbetriebe wesentlich mehr Weine dieser Bewertung unterziehen lassen. Falls ein Betrieb zweimal nacheinander den im Punktedurchschnitt letzten Platz belegen würde, würde seine Mitgliedschaft durch eine sogenannte Karenzierung ruhend gestellt, was zum Glück bislang noch nie notwendig wurde.

Auf diese Weise werden rigoroses Qualitätsdenken und gesunde Konkurrenz innerhalb der Vereinigung gefördert und jene Qualität garantiert, die eben Grundvoraussetzung ist, um die schwarze Kapsel mit dem begehrten Logo der „Wagramer Selektion“ über den Flaschenhals stülpen zu dürfen. Selbstverständlich werden nur Qualitätsweine, die bereits die staatliche Prüfnummer besitzen, bewertet; ebenso selbstverständlich ist, dass die Prüfung mittels einer gedeckten Verkostung durch eine interne Jury erfolgt. Externe Juroren, wie ausgewählte Fachjournalisten, Sommeliers und Gastronomen, kommen ins Spiel, wenn es darum geht, jedes Jahr aus den besten Weinen der „Wagramer Selektion“ gegen Ende April den „Wagram Champion“ zu küren; im Jahr 2005 war das beispielsweise ein Grüner Veltliner des aufstrebenden jungen Winzers Stefan Bauer.

Schwieriger Jahrgang, exzellente Weine.

Der Wagram ist von den bekannten Wetterkapriolen wie alle anderen österreichischen Weinbaugebiete betroffen gewesen; auch dort hat der strahlend sonnige Oktober gewissermaßen den Jahrgang gerettet, wenn auch Ernteeinbußen im Bereich von 25 bis 30 Prozent die Regel waren. Abgesehen von leichten Verrieselungsschäden hat jene rigide Selektion, wie sie das Ausscheiden der von Botrytis befallenen Beeren und Trauben eben notwendig gemacht hat, zu diesen Erntedefiziten geführt. Im Verhältnis waren die Einbußen für Rotweinsorten, aber auch Weißburgunder und Chardonnay noch etwas höher. Wenn man Vergleiche mit kurz zurückliegenden Jahrgängen ziehen möchte, bieten sich für den Wagram vor allem die noch gut in Erinnerung befindlichen Jahre 2002 und 1999 an. Generell sind die Weißweine vielleicht noch etwas fruchttiefer und markanter als die 2002er und ähnlich sortenspezifisch wie die 99er ausgefallen.

Besonders gelungen ist erfreulicherweise die Haus- und Hofsorte Grüner Veltliner, aber auch die Burgunderfamilie oder der Frührote Veltliner, ja selbst der launische Rote Veltliner, dem die Fäulnis arg zugesetzt hat, können vielfach überzeugen; wesentlich besser als zuletzt sind auch die Sauvignons und die Rieslinge ausgefallen, wobei man Letzteren noch einige Flaschenreife einräumen sollte. Doch auch die Rotweine, allen voran Zweigelt und Pinot Noir, sind aus dem Jahrgang 2005 eigentlich ganz gut geraten und werden den unmittelbaren Vorgänger 2004 am Wagram mehr oder weniger deutlich übertreffen.

Die Mitglieder der „Wagramer Selektion“ haben jedenfalls die späte Gunst des Jahres dazu genützt, tadellose Weinserien hervorzubringen, auch wegen des gestiegenen Know-how fraglos die bislang besten, die je das Logo der Vereinigung getragen haben; sogar der tolle Jahrgang 1999 wurde souverän übertroffen – auf die gedeckte Verkostung zur Kür des „Wagram Champion“, bei der die allerbesten Gewächse in einem sicherlich engen Wettbewerb aufeinander treffen, darf man schon jetzt gespannt sein!

Das aktuelle Sortiment

Stefan Bauer, 3465 Königsbrunn am Wagram
Rathausplatz 19, Tel. 02278/2771, Fax -10
stefan@weingutbauer.at, www.weingutbauer.at
Stefan Bauer hat seine Lorbeeren mit den Veltliner-Variationen eingeheimst, so wurde etwa der Steinagrund im letzten Jahr zum „Wagram Champion“ gekürt, aber auch die Rotweine sollten keinesfalls übersehen werden.

  • Frühroter Veltliner
    Zuckerwatte und ein Hauch von roten Beeren im beschwingten Bukett, unkompliziert und doch feinfühlig; gleitet charmant über den Gaumen, offen und saftig, alles in allem ein schöner Sommerwein, der aber auch gewisse Standfestigkeit andeutet.
  • Grüner Veltliner Bromberg
    Frisch und konturiert, originelle Nase, die frappant an Pinot erinnert, gewissermaßen Himbeere pur; sanft und rund am Gaumen, trotz der relativ leichten Struktur nahezu üppig, geschmeidig und saftig, eigenständig und leicht wiederzuerkennen.
  • Grüner Veltliner Steinagrund
    Aus dieser Felser Lage kommt der völlig anders geartete, ungemein pfeffrige und würzige Veltliner der Premiumklasse; pikant und papriziert, etwas Grapefruit, noch sehr zurückhaltend; ein nobler Klassiker präsentiert sich am Gaumen, extrakttief und vielfältig, wieder vornehm, tadellose Stilistik.

Weingut Benedikt, 3470 Kirchberg am Wagram
Mallon 26, Tel. & Fax 02279/2475
office@benedikt-weine.at, www.benedikt-weine.at
Das Weingut Benedikt hat in den letzten Jahren eine interessante Vielfalt an Veltliner-Typen vorgestellt, darunter den punkto Mineralität und Fruchtbrillanz hervorstechenden Schafberg-Veltliner.

  • Grüner Veltliner Klassik
    Blumig und überdeutlich, aber nicht zu vorlaut, apfelige Frucht; unkompliziert und geradlinig, frische, spritzige Veltliner-Variante, die schon im Sommer Vergnügen machen sollte, sauber und reduktiv.
  • Grüner Veltliner Schafberg
    Pfeffrig und gediegen von Anbeginn, viel Temperament und Spiel, hier sei der Hinweis auf die Mineralität der Lage gestattet; blitzsauber und nervig auch am Gaumen, auffallende Extraktsüße, ausgewogen und elegant, in seiner Art modellhaft.
  • Chardonnay Hochrain
    Ananas und Mandeln im zurückhaltenden Duftspiel, einige Nuancen; recht straff, aber auch gepolstert, der deutliche Restzucker harrt der Einbindung, saftige Sache, benötigt noch Flaschenreife.

Weingut Direder, 3470 Kirchberg am Wagram
Mitterstockstall 1a, Tel. 02279/2659, Fax -26
weingut@direder.at, www.direder.at
Das Weingut Direder hat in den letzten Jahren speziell mit modellhaften Weißburgundern und Grünen Veltlinern der kräftigeren Ausbaustufe überzeugt, interessant sind auch die Rotweincuvées.

  • Frühroter Veltliner
    Archetypische Nase nach Marzipan und Karamell, sanft und ruhig strömend; gebündelt und rund am Gaumen, zeigt viel Primärfrucht und frühen Charme, aber auch Biss und Ausdauer.
  • Grüner Veltliner Donatus
    Schwungvoll und lebendig, spritzige Angelegenheit; Aromen von grünem Spargel und Rhabarber, in seiner Kategorie sehr ausgeglichen und animierend, homogener Sommerwein, der bald Trinkspaß erbringen wird.
  • Grüner Veltliner Alte Rebe
    Aus ganz altem Rebbestand stammt dieser auffallend elegante und zurückhaltende Klassiker: weißer Pfeffer und Grapefruit im Bukett, sanft und ausgereift; extraktsüß und mollig, aber nie breit, akzentuierte Veltliner-Würze, erneut hefig und pfeffrig, aber auch lebhaft und ausgewogen, im Großen und Ganzen modellhaft.

Eckhof, Familie Ecker, 3470 Kirchberg am Wagram
Mitterstockstall 25, Tel. 02279/2440-40, Fax -50
weingut@eckhof.at, www.eckhof.at
Das Weingut Eckhof hat sich als einer der führenden Betriebe am Wagram profiliert, der unter anderem immer wieder eine reichhaltige Palette völlig unterschiedlicher, aber stets eleganter Veltliner vorstellt.

  • Grüner Veltliner Steinberg
    Feine Melange aus schwarzem Pfeffer, Rhabarber und roter Stachelbeere, pfiffig und einprägsam; bei schlanker Textur blitzsauber und elegant, die nervige Ader hält bis zum Finale durch, für die Kategorie der leichteren Veltliner Extraklasse, in jeder Hinsicht empfehlenswert und übrigens beintrocken.
  • Grüner Veltliner Premium
    Aus der Ried Mordthal und den ältesten Rebanlagen der Familie Ecker stammt dieses Veltliner-Konzentrat: hochreife Nase nach Blütenhonig, süßem Spargel und Steinobst, üppig und vielschichtig zugleich; die komplexe Art setzt sich am Gaumen fort, fruchtsüß – ein Hauch von Restzucker ist schon integriert – und geschliffen, harmonisch und anhaltend, Top-Veltliner, der Charme und Präsenz beweist, an der Schwelle zum großen Wein.
  • Gelber Muskateller
    Schwungvoll und lebhaft von Anfang an, erinnert an Zimt und Muskatnuss, aber auch Zitrusschale; einschmeichelnd und offen, transparenter Fruchtkern, spannendes Süße-Säure-Spiel, sehr komplett, wird einen aparten Aperitif abgeben.

Weinhof Ehn, 3470 Kirchberg am Wagram
Engelmannsbrunn 31, Tel. & Fax 02279/27377
office@weinhof-ehn.at, www.weinhof-ehn.at
Veltliner der kräftigen Ausbaurichtung und Chardonnay gehören zweifellos zu den Eckpfeilern dieses Produzenten, aber auch hohe Prädikatsweine, wie etwa Eiswein vom Grünen Veltliner.

  • Grüner Veltliner Reserve
    Aromen von Winteräpfeln und Maroni, dahinter auch kräuterwürzige Akzente, schon recht entwickelt; charmant und mollig am Gaumen, leichte Fruchtsüße, erneut Kräuternote à la Eibisch und Kamille, sanft und gerundet, harmonischer Gesamteindruck.
  • Weißburgunder
    Einladende Nase nach Blutorangen und Karamell, mollige Sache; schöne Substanz, ein Hauch von Restzucker wird nahezu eingegliedert, zeigt Nuancen und Rasse vor dem Abgang, druckvoll, wird sich mit etwas Lagerung noch verfeinern.
  • Chardonnay
    Sehr sauberes Bukett nach Melone und Weißbrot, cremig und sanft; am Gaumen dann wesentlich kantiger, pikant und noch ein bisschen unruhig, reduktive Anlage, entfaltet sich mit Luftzufuhr.

Weingut Greil, 3465 Unterstockstall-Kirchberg am Wagram
Alte Weinstraße 4, Tel. 02279/2139, Fax -14
office@weingut-greil.at, www.weingut-greil.at
Beeindruckt haben vor allem die blitzsauberen Veltliner der verschiedenen Gewichtsklassen, aber auch die Repräsentanten der Burgundersorten sowie der ungemein aromatische Rote Traminer.

  • Grüner Veltliner Raifel
    Blitzsaubere Frucht nach Äpfeln und Quitten, konturiert und erfrischend; schlanke Textur, kernig und kompakt, die primäre Frucht gibt den Takt vor, offenherzig und von schönem Fruchtschmelz umfangen, aus einem Guss.
  • Grüner Veltliner Reserve
    Reifes Duftspiel nach Banane und anderen exotischen Früchten, überschwänglich und rund, blitzsaubere Art; engmaschig und extraktsüß, mollig und nahezu üppig, tiefe Frucht à la Mirabelle, lang.
  • Roter Traminer Gänsäcker
    Schwungvolles Bukett nach Rosen und Kokosmark, auch ein Hauch von Litschi spielt mit, harmonisch und gediegen; mollig und extraktsüß, der geringe Restzucker ist nahezu integriert, beschreibt ein Feuerwerk von Aromen, balanciert und anhaltend, Potenzial.

Weingut Heiderer-Mayer, 3701 Baumgarten am Wagram 25
Tel. & Fax 02955/70368
heiderer-mayer@aon.at, www.heiderer-mayer.at
Die Kessellagen ganz im Osten des Wagram sind in den letzten Jahren eine Bank für fruchtbetonte und beschwingte Grüne Veltliner und Rieslinge gewesen; auffallend auch die überzeugenden Rotweine, speziell der zuletzt in VINARIA hochgelobte Cabernet Sauvignon.

  • Grüner Veltliner
    Klarer Duft nach Spargel und Erbsen, lebhaft und konturiert; mittleres bis gutes Gewicht, Aromen von Rhabarber, ja einer ganzen Kräutermischung, zeigt bereits Charme und Trinkfluss.
  • Riesling Klassik
    Kandierte Früchte, vor allem Ananas, in der Nase, auch ein Hauch von Winteräpfeln schwingt mit; mittelgewichtig, charmant, offen, viel Primärfrucht mit „kühlen“ Untertönen, adäquate Säure, wird bald Trinkspaß bereiten.
  • Chardonnay Klassik
    Satte Frucht nach Melone und Quitte, noch etwas zurückhaltend; gepolstert und mollig, andererseits noch kantig, frisch und reintönig, kann etwas Flaschenreife vertragen.

Weingut Kolkmann, 3481 Fels am Wagram
Flugplatzstraße 12, Tel. 02738/2436, Fax -4
weingut.kolkmann@aon.at, www.kolkmann.at
Aus der äußerst vielfältigen Palette des Weinguts Kolkmann wurden in den letzten Jahren beispielsweise die seltenen Varietäten Roter Veltliner und Neuburger hochgelobt, aber auch die Leitsorte Veltliner und der pikante Sauvignon haben ihre Meriten erworben, wobei auch die Top-Rotweine, im Besonderen die kraftvolle Cuvée Auregia, besondere Beachtung verdienen.

  • Roter Veltliner Classic
    Blumige, ungewohnt intensive Nase, die an rote Ribiseln und karamellisierten Zucker erinnert, blitzsauber und leicht wiedererkennbar; strukturiert, aber kompakt, erstaunliche Primärfrucht für diese Rebsorte, komplett und anhaltend, elegant gerundet.
  • Grüner Veltliner Vom Löss
    Blumige und eindringliche Nase nach süßem Spargel und Zuckererbsen, auch ein Hauch von Grapefruit spielt eine Rolle; bei mittlerer Fülle konturiert und feinfaserig, schon überraschend offen, verkörpert seine Herkunft (Ried Schafberg) mit erstaunlicher Frühform.
  • Cuvée Auregia (CS/ZW)
    Aus der Felser Ried Diebstein stammt diese zu hälftigen Anteilen auf Cabernet und Zweigelt zurückgehende Cuvée, die in VINARIA schon mehrfach gelobt wurde: Tintenblei und Eukalyptus durch den dominanten Cabernet, dahinter röstige Akzente; fest und füllig, voll Schmelz, samtige Tannine im langen Abgang.

Weingut M. Mayer, 3465 Königsbrunn am Wagram
Kremser Straße 19, Tel. 02278/2277, Fax -14
weingut@m-mayer.at, www.m-mayer.at
Auf der einen Seite hat dieser aufstrebende Betrieb zuletzt mit dem Grünen Veltliner aus altem Rebbestand aufhorchen lassen, auf der anderen Seite mit Randsorten und Raritäten à la Gelber Muskateller und Grüner Sylvaner.

  • Gelber Muskateller
    Lebhaft, offen und spritzig, etwas Kohlensäure schwingt noch mit; am Gaumen ausgeglichener, geradezu eleganter Schliff, herzhafte Mandarinenfrucht, traubig und extraktsüß, die adäquate Erfrischung für hoffentlich warme Sommerabende.
  • Grüner Veltliner Alte Reben
    Hochfeines Bukett, das Herkunft wie Rebsorte geradezu exemplarisch vorstellt: Mischung aus Rhabarber, Blütenhonig und Pfeffer, beschwingt und lebhaft; extraktsüß am Gaumen, saftig und kernig zugleich, gleitet mit Nachdruck über den Gaumen, anhaltend und beispielhaft.
  • Grüner Veltliner Wagramterrassen
    Reserve Zum Teil im Barrique vergoren wurde dieser mächtige Veltliner der etwas anderen Art: Banane und Cornflakes in der Nase, recht exotisches Flair, dicht und entgegenkommend; fast schon eingegliedertes Holz, erneut rotbeerig und von der außergewöhnlichen Fülle bestimmt, cremig und voll Schmelz, langer Abgang.

Urbanihof – Familie Paschinger, 3481 Fels am Wagram
St. Urban-Straße 3, Tel. 02738/2344, Fax -4
weingut@urbanihof.at, www.urbanihof.at
Der Urbanihof hat über die Jahre hinweg immer wieder mit kräftigen Veltliner-Varianten, aber auch mit im kleinen Holz ausgebauten Rotweinen gepunktet.

  • Grüner Veltliner Mitterweg
    Gleichsam in der mittleren Gewichtsklasse ist dieser saftige und tiefe Veltliner einzustufen: Rhabarber und Tabak in der Nase; rund und sanft strömend, geschliffen und entgegenkommend, charmant gelöst.
  • Grüner Veltliner Schafflerberg
    Quasi weihnachtliche Aromatik nach Lebkuchen, Honig und Dörrfrüchten, originelle Sache; reichhaltig und nahezu üppig, überschwängliche Ananasfrucht, der kräftige Zuckerrest wird ganz gut eingebunden, hefig und anhaltend, eigenständig und auch als Aperitif einsetzbar.
  • 2002 Urbanihof Barrique Nr. 5 (ZW)
    Von der Felser Lage Diebstein kommt dieser abgelagerte Barrique-Zweigelt: weit gefächertes Duftspiel mit Akzenten von Tintenblei und Schwarztee, verrät Reife und Gerbstoffe; röstig-rauchige Note am Gaumen, mittleres bis gutes Volumen, die dunkle Frucht setzt sich fort, markanter Tanninrahmen im schokoladigen Abgang.

Weingut Sauerstingl, 3481 Fels am Wagram
Parkstraße 11, Tel. & Fax 02738/3435
franz.sauerstingl@aon.at, www.sauerstingl.at
Ein klarer Schwerpunkt dieses Betriebes liegt zweifellos auf dem Grünen Veltliner, der in vier Varianten angeboten wird, aber auch der rare Rote Veltliner ist schon aus mehreren Jahrgängen sehr gut angekommen.

  • Grüner Veltliner Scheiben
    Klare, direkte Frucht nach Steinobst, etwa Ringlotten, saftig und ruhig strömend; ausgeglichen und tief, zur Frucht tritt jetzt auch der pfeffrige Würzeschleier hinzu, zeigt bereits Balance und Ausdauer.
  • Grüner Veltliner Brunnthal
    Hochfeines Duftspiel nach Williamsbirne und Quitte, nuanciert und animierend; feingliedrig und elegant bei schöner Substanz, beweist in jeder Phase feine Linien und klassisches Fruchtspiel, rundum gelungen, nahezu modellhaft.
  • Riesling
    Holunder und Wacholder kämpfen um die Vorherrschaft im verspielten Bukett, auch dunkelbeerige Akzente; die deutliche Botrytis wird eigentlich gut gemeistert, schöner Körper, ein origineller Riesling der etwas anderen Art.

Weinhof Waldschütz, 3474 Sachsendorf 17
Tel. & Fax 02738/2387
wein@waldschuetz.at, www.waldschuetz.at
Aus der weit gefächerten Palette des Weinhofes Waldschütz sind des Öfteren der Weiße Burgunder, aber auch so manche Dessertweine äußerst positiv aufgefallen.

  • Grüner Veltliner Reserve Ried Scheibe
    Muskulöser Veltliner mit Anklängen von weißem Pfeffer und hellem Tabak, zarte Steinobstfrucht lugt dahinter hervor; ausgeglichen und körperreich, bringt den tiefgründigen Charakter der Lage bestens zur Geltung, zeigt Konturen und Tiefe, auch gute Länge, Zukunft.
  • Weißburgunder Reserve Schafberg
    Ruhig und ausgewogen, ziselierter Duft nach Melone und Tabak; mollig und schwungvoll, zeigt plötzlich Nerv und Temperament, sehr reduktiv angelegt, strukturiert und ausbaufähig.
  • 2004 Grüner Veltliner Eiswein
    Charakteristische Eisweinnase nach Steinpilzen, deutlicher Frostton; mächtig und offenherzig, sanfte Zitrusfrucht, momentan von der hohen Süße beherrscht, etwas unauffällige Säure, insgesamt rund und geschliffen, jugendlich.

Winzerhaus Zehetner, 3470 Kirchberg am Wagram
Ottental 6, Tel. 02279/3481, Fax -27398
weinbau-zehetner@tele2.at
Das Winzerhaus Zehetner hat sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Spielarten des Grünen Veltliners profiliert, der von verschiedenen Böden und in unterschiedlichen Gewichtsklassen angeboten wird.

  • Weißgipfler Marienberg
    Die schöne alte Bezeichnung für Grünen Veltliner lässt diese leichte Variante aufleben: Bukett nach frischem Heu und grünen Äpfeln, geradlinig und burschikos; eher schlanke Textur, reduktiv, spritzig und offen, im Stil eines sommerlichen Aperitifs.
  • Grüner Veltliner Alte Reben
    Halterberg Feine Birnenfrucht, schon charmant und entwickelt; herzhaft und robust, mittleres bis gutes Volumen, die Kernobstfrucht gibt den Ton an, rund und ausgeglichen.
  • Grüner Veltliner Halterberg Reserve
    Satte Melonenfrucht, verströmt geradezu exotisches Flair, druckvoll; breitschultrig und extraktreich, nahezu mächtig, lässt aber auch der Steinobstfrucht à la Golden Delicious ihren Spielraum, jugendlich und ungestüm, gute Prognose.

Weingut Zwickl, 3470 Kirchberg am Wagram
Müllergraben 2, Tel. & Fax 02279/2386
Über den ortsüblichen Grünen Veltliner hinaus ist dieses Weingut zuletzt ein Garant für kraftvolle Weine aus den Burgundersorten, in erster Linie Weißburgunder und Grauburgunder, geworden.

  • Grüner Veltliner
    Noch ganz jung und unentwickelt, etwas unruhig und spritzig; pikanter, eher leichtgewichtiger Typ, kräuterwürzig und offen, erfrischender Sommerwein.
  • Riesling
    Dezent, etwas verkapselt, mit Luftzufuhr keimen Fruchtnuancen von roten Pfirsichen auf, auch ein Hauch von Wacholder; hohe Kohlensäure-Dosis, robust und etwas rauen Charme vermittelnd, leichte Fruchtsüße, wird von ein wenig Flaschenlager sicherlich profitieren.
  • Weißburgunder
    Beispielhaftes Bukett nach Walnüssen und Kakao, dahinter sanfte Melonenfrucht; ausgereift, belebendes Süße-Säure-Spiel, ein bisschen nervös, aber viel versprechend, entwickelt bis zum langen