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Kamptal: Jetzt neu mit dac

Die Donauseitentäler-DACs sind fürs Erste komplett: Traisental, Kremstal und Kamptal haben DACs für Riesling und Grünen Veltliner.
Text von Michael Prónay

Die ÖWM darf sich gratulieren: Dem erklärten Ziel, möglichst viele DAC-Regelungen („Districtus Austriae Controllatus“) nach dem Vorbild der Appellation Contrôlée in Frankreich oder der DOC (Denominazione di Origine Controllata) in Italien einzuführen, ist man in jüngster Zeit merklich nähergekommen. Nach dem Weinviertel und dem Mittelburgenland sind in jüngster Zeit drei weitere in Niederösterreich dazugekommen.

Die Donau-Seitentäler

Die DAC-Regelungen für die drei Weinbaugebiete Traisental, Kremstal und Kamptal sind im Großen und Ganzen deckungsgleich: Es gibt sie für Riesling und Grünen Veltliner, und zwar als normale DACs mit 12 und 12,5% Alkoholgehalt laut Etikett (die Angaben haben eine Toleranz von ±0,5%) und als Reserve mit 13% aufwärts. Gemeinsam ist der frühestmögliche Antrag für die normale DAC am 1. Jänner nach der Lese, für die Reserve der 15. März darauf. Die Weine müssen grundsätzlich weingesetzlich trocken sein,wobei es zwei kleine Abweichungen gibt: Im Traisental gilt für den Veltliner eine Obergrenze von 6 g/l (dieselbe Grenze gilt übrigens auch für die DAC Weinviertel); im Kremstal für die Reserve eine solche von 9 g/l unabhängig von der Säure, da kann theoretisch auch ein halbtrockener Wein die DAC tragen.

Kamptal

Fred Loimer, der engagierte Vorsitzende des regionalen Weinkomitees Kamptal, erläutert die Funktionsweise der DAC: „Wir waren uns einig – und so steht’s ja auch in der DAC-Verordnung –, dass der Begriff DAC selbst in den Hintergrund treten soll. DAC selbst soll ja nicht die Marke werden – etwas, was vielleicht im Weinviertel ein wenig in die Richtung gegangen ist –, sondern eben ‚Kamptal‘ und ‚Kamptal Reserve‘.“ Deshalb werden im Kamptal kaum eigene DAC-Weine kreiert werden, sondern das Konzept wird einfach übers bestehende Sortiment drübergestülpt.

Loimer: „Es gibt dann bei uns nur mehr die Herkünfte Kamptal, Kamptal Reserve und Niederösterreich.“ Von etwa 160 Betrieben wurden vom Jahrgang 2008 550 Weine zur Kamptal-DAC angemeldet. Loimer: „Damit haben wir im ersten Jahrgang vermutlich mehr Flaschen mit DAC-Bezeichnung auf dem Markt als seinerzeit das Weinviertel im ersten Jahr.“

"Reserve" und "Premium"

Was selbst bei Weinfreunden kaum bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, dass die Begriffe „Reserve“ und „Premium“ nicht mehr beliebig einsetzbar sind,sondern ebenfalls weinrechtlich
geregelt wurden, und zwar auch für Nicht-DACWeine. Die „Reserve“ ist dabei soweit deckungsgleich mit den hier besprochenen (Qualitätswein,13% Minimum, frühester Einreichtermin 15. März für Weiße, 1. November darauf für Rote), die Bezeichnung ist allerdings logischerweise nicht auf trockene Weine beschränkt. Für die Bezeichnung „Premium“ gilt nur der Mindestalkoholgehalt von 13%.

Die Probe

Fred Loimer sei gedankt, dass er uns eine überaus repräsentative Topauswahl an Grünen Veltlinern und Rieslingen mit der Bezeichnung Kamptal und Kamptal dac zusammengestellt hat. Der Jahrgang 2008 war bekanntermaßen problematisch, doch sind ganz offensichtlich die ambitionierten Betriebe damit mehr als gut zurechtgekommen. Wir haben, wie immer blind, nach Sortengruppen und aufsteigendem Alkohol verkostet. Soweit bekannt, haben wir den Restzuckergehalt (in Gramm je Liter) auch abgedruckt.Viel Vergnügen beim Nachkosten!

Download:
>>> Das komplette Verkostungsergebnis im pdf-Format (269 kB)