Weinglossar von A-Z
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S
- Salon:
- Über 200 Weine (eingeteilt in 12 Kategorien) werden für den österreichischen Salon jährlich aus mehr als 4000 Weinen über Landesprämierungen bzw. durch Redaktionen bestimmter Fachmagazine sowie durch Fachjounalisten und Sommeliers ermittelt. Ein Büchlein informiert über diese Weine und deren Winzer.
- Samenbruch:
- Wird ein Traubenkern zum Keimen gebracht, dann entwickelt sich aus dem darin enthaltenen Embryo eine verzweigte Pfahlwurzel und ein Jungschoß. Es kann aber auch zum Bruch kommen und der Embryo kann sich nicht entwickeln.
- Sämling:
- Aus Samen gezogene neue Rebsorten.
- Samtig:
- Weicher Geschmack; vor allem beim Rotwein.
- Sauber:
- Reintönig.
- Sauer:
- Resch; Wein mit zu hohem Säuregehalt; nicht herb.
- Sauerfäule:
- Rohfäule; Verderb reifer Trauben.
- Säureabbau:
- s.u. Gärung, Malolatik
- Säuregehalt:
- Chemische Verbindungen, die für den sauren Geschmack im Wein verantwortlich sind. Die beiden wichtigsten Säuren im Wein sind Weinsäure und die Apfelsäure. Weiters in kleinen Mengen die Zitrussäure und Bernsteinsäure sowie die Kohlensäure und die Milchsäure. Die Säuren sind im Wein wichtig für den erfrischenden Geschmack und Typizität der jeweiligen Rebsorte. Gleichzeitig wehren sie auch schädliche Bakterien ab.
- Saurer Winzer:
- Geselchtes in einer Marinade aus Essig und Kernöl; Steiermark.
- Sauser:
- Anderer Ausdruck für Sturm; wahrscheinlich so benannt nach der möglichen Wirkung auf die Verdauung.
- Sauvignon blanc:
- Schotige Würze, lebhaft, pikant, Stachelbeeren.
Die jüngste Auspflanzungswelle lässt vergessen, dass diese Rebsorte schon vor rund 120 Jahren in der Südsteiermark unter Erzherzog Johann eingeführt worden ist. Ihre paprizierte Würze wird bei höherer Reife von Aromen nach Holunderblüten, Cassis und Spargel abgelöst. Stets frisch und anregend bei eher rassiger Säurestruktur ist der Sauvignon zumeist ein eleganter, fruchtiger Wein von unverwechselbarem Charakter, der auch Potenzial für die mittelfristige Lagerung besitzt. Auch ein behutsamer (teilweiser) Ausbau im neuen Holz hat sehr gute Resultate erbracht.
- Schal:
- Abgestanden, fad. Ausdrucksloser Wein.
- Schank:
- Verkaufspult und Raum, in dem Wein ausgeschenkt wird.
- Schankwein:
- Zumeist ein einfacher, unkomplizierter Wein, der offen im Gasthaus ausgeschenkt wird.
- Schampus:
- Frühere Bezeichnung für Schaumwein (Champagner, Sekt).
- Scharf:
- Weingeschmack mit vorstechender Kohlensäure; auch spitz.
- Schaumwein:
- Drei verschiedene Verfahren zur Herstellung werden unterschieden:
- Flaschengärung: klassische Methode (Champagnerverfahren)
- Tankgärung: Charmat-Verfahren
- Versetzen mit Kohlensäure
- Schenkel:
- Hauptverzweigungen des Rebstammes; tragen das ein- und zweijährige Holz.
- Scheurebe / Sämling 88:
- ist wie fast alle Neuzüchtungen durch Massenertrag in Verruf geraten. Im unteren Kabinettbereich (Steiermark) und besonders in hohen Prädikatsstufen (Seewinkel) können angenehm fruchtige Weine produziert werden. Sämling = aus Samen gezogene neue Rebsorten; 88: der 88te Versuch von Dr. Georg Scheu aus Rheinhessen (Anfang des 20. Jahrhunderts).
- Schilcher:
- roséfarbiger Wein aus der Sorte Blauer Wildbacher; Weststeiermark, manchmal auch Südsteiermark.
- Schilfwein:
- Auch Strohwein; mindestens 25 Grad KMW, gewonnen aus Trauben, die mindestens drei Monate auf Stroh oder Schilf gelagert oder luftgetrocknet wurden.
- Schimmelton:
- Negativer Geschmack. Ursachen: Schimmelpilze von Traubenschalen, unsaubere Fässer und Schläuche.
- Schlegelflasche:
- Flaschenform.
- Schleier:
- Weintrübung; muß kein Wein/Geschmacksfehler sein.
- Schlieren:
- Auch Kirchenfenster genannt; bildet sich an der Innenseite des Glases, verursacht durch Glyzerin (Fett), einem dreiwertigen Alkohol. Kann auf Dichte und Komplexität des Weines schließen.
- Schmeckerter:
- Weine von stark aromabetonten Rebsorten (Muskateller, Muskat-Ottonel).
- Schmelz:
- Extraktsüße, die einen samtigen Eindruck hinterläßt.
- Schnitt:
- s.u. Rebschnitt.
- Schönung:
- Methode zum Klären des Weins etwa durch Eiweiß. s.u. Bentonit
- Schwanz:
- s.u. Abgang
- Schwarze Johannisbeere (Cassis):
- Typische Duft- und Geschmacksnote von Cabernet Sauvignon- und gelegentlich Sauvignon-blanc-Weinen.
- Schwefel:
- s.u. Böckser. Schwefeldioxid inaktiviert oder tötet Bakterien ab und ist für die Weinbereitung notwendig.
- Schwefeln:
- Rotwein benötigt weniger Schwefel als trockene Weißweine oder Süßweine, weil sie mehr konservierendes Tannin enthalten. Qualitäts-Winzer verzichten aber auf Maische-Schwefelung, da dadurch die Frucht reduziert wird. Ganz auf Schwefel kann aber nicht verzichtet werden.
- Schweif:
- s.u. Abgang
- Schwer:
- Hoher Alkoholgehalt; kein Qualitätskriterium.
- Schwips:
- Beginnende Trunkenheit.
- Schwund:
- Verdunstung von Wein in Holzbehältnissen bzw. bei längerer Lagerung von Weinflaschen ("Der Anteil der Engel").
- Seele:
- Auch Rückgrat des Weines genannt oder das Herzstück; bei Korkenzieher der innere Hohlraum, durch den ein Streichholz passen sollte.
- Seewinkel:
- Volkstümliche Bezeichnung für das Weinbaugebiet Neusiedlersee (Burgenland).
- Seihmost:
- Vorlaufmost.
- Sekt:
- Schaumwein (s.o.)
- Sekt-Dosage:
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- extra brut oder extra herb: zwischen 0 und 6 g je Liter;
- brut oder herb: niedriger als 15 g je Liter;
- etxra trocken oder extra dry: zwischen 12 und 20 g je Liter;
- trocken oder dry: zwischen 17 und 35 g je Liter;
- halbtrocken: zwischen 33 und 50 g je Liter; - süß: höher als 50 g je Liter.
- Selbstträger:
- s.u. Direktträger.
- Sensorik:
- Die Sinne betreffend (Riechen, Schmecken...).
- Separator:
- s.u. Zentrifuge
- Separieren:
- Getrennt Weine ausbauen (nach Sorten oder/und Lagen).
- Sherryton:
- Weinfehler.
- Smaragd:
- Bezeichnet die besten und wertvollsten Weine der Wachau (außer Beeren- und Trockenbeerenauslese). Der Name kommt von den grün-bläulich schimmernden Smaragdeidechsen, die in den Steinterrassen leben. Diese Spätleseweine sind durchgegoren und haben höchstens 9 Gramm Restzucker, gelten also als trocken (bis zum Jahrgang 1992 waren sie bei einem Restzuckergehalt von 4-9 Gramm laut damals geltendem Gesetz halbtrocken).
- SO2:
- Schwefeldioxid; farbloses Gas, das stechend riecht und sauer schmeckt, entsteht bei der Verbrennung von Schwefel.
- Sommelier:
- Weinkellner, der für die Wein-Beratung und Einkauf zuständig ist. Eigener Berufsstand innerhalb des Services.
- Sommerfrischer:
- Weinmischgetränk; Gespritzter.
- Sommerwein:
- In der Regel unkomplizierte Leichtweine (geringer Alkohol, frische Säure).
- Sonnenbrand:
- Verbrennungserscheinungen an einzelnen Beeren durch zu starke Sonneneinstrahlung. Ergibt im fertigen Wein Röst- /Toastaromen.
- Sortenbukett:
- Geruchsstoffe aus der Beere (z.B. Muskateller).
- Spätlese:
- s.u. Prädikate.
- Spätrot(er):
- Andere Bezeichnung für Zierfandler (nur in der Thermenregion).
- Spätrot-Rotgipfler:
- Cuvée aus Zierfandler und Rotgipfler (Thermenregion).
- Spiel:
- Wenn der Wein den Gaumen kitzelt, sich entfaltet.
- Spitz:
- Wein mit übermäßig unreifer Säure.
- Spezi:
- Besonderer = Spezieller Wein beim Heurigen, meist reinsortig.
- Spriten:
- Mit Alkohol versetzter Wein; meistens wird dadurch die Gärung unterbrochen (z.B. Portwein, Sherry, Madeira).
- Spritzen:
- Das Ausbringen von Agrochemikalien zur Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern ist im Weinbau unerläßlich.
- Spritzer, G'spritzter:
- Die Stärken des G’Spritzen
Neben seiner optimalen Eignung als Durschlöscher, Aperitif oder leichter Speisebegleiter liefert der klassische G’Spritzte noch den Vorteil des geringen Alkoholgehaltes. Im Normalfall enthält er nur etwa halb soviel Alkohol wie Prosecco & Co. Unterschiedliche Mischungen sind jedem nach Lust und Laune erlaubt, den Schankprofis hingegen werden per Gesetz mindestens 50% Wein für den G’Spritzten vorgeschrieben.
- Spritzig:
- Wein mit spürbarer Kohlensäure.
- Spontangärung:
- Durch Naturhefe einsetzende Gärung.
- Spucken:
- Während einer Verkostung von mehreren Weinen sollte man den Wein ausspucken, um einerseits den Gaumen nicht mit zuviel Alkohol zu belasten, andererseits selbst noch ruhigen Gewissen mit dem Auto nach Hause fahren zu können.
- Spumante:
- (Ital.:) Schaumwein.
- Spund:
- Verschluß von Faßöffnungen.
- St. Laurent:
- Weichselkirsche, prägnant, abgerundetes Tannin.
Sehr einprägsam ist bereits der Duft des St. Laurent, der Assoziationen an Weichselkirschen und Zwetschken weckt; am Gaumen ähnelt er einer dunkelfruchtigen Variante des Blauburgunders, mit dem er auch ganz eng verwandt ist. Erfreulich ist die in den letzten Jahren festzustellende Renaissance dieser als "schwierig” bezeichneten Rebsorte, die sich vom nördlichen und mittleren Burgenland bis in das nördliche Niederösterreich und in die Steiermark erstreckt; die Thermenregion war ja seit jeher die Heimat dieses kraftvollen, tieffruchtigen Rotweines, der auch gute Lagerkapazitäten besitzt und Blends mit anderen Varietäten Würze und Pfiff verleihen kann.
- Staubiger:
- Junger, noch trüber Wein.
- Steckenbleiben:
- Die Hefen werden inaktiv und der Gärprozeß kommt zum Erliegen; dadurch verbleibt ein Restzucker.
- Stehenlassen:
- Die Maische wird längere Zeit zwecks Verbesserung der Ausbeute an Inhaltstoffen (Extrakt-, Bukett-, Farb- und Tanninstoffe) stehengelassen.
- Steinfeder:
- Benannt nach einer regionstypischen Grasart (stipa pennata), steht für leichte, fruchtige Wachauer Weine, immer trocken und nicht aufgebessert, mit einem Alkoholgehalt von höchstens 10,7 Vol.%.
- Steinterrassen:
- Künstlich angelegte Weinbergterrasse, die mit Steinmauern abgestützt ist.
- Steirischer Bogenschnitt:
- Die Rebe wird nach unten gebogen.
- Steirische Hoheit:
- Gemeinschaftsmarke für Qualitätswein aus Kitzeck (Südsteiermark).
- Sterilisieren:
- Pasteurisieren.
- Stichig:
- Essigstich.
- Stiellähme:
- Stoffwechselkrankheit des Rebstockes.
- Stifterl:
- Weinflasche mit 0,375 Liter Inhalt (meistens für hohe Prädikatsweine; bei trockenen Weinen manchmal auch für Flaschen mit 0,25 Liter).
- Stilistik:
- Jeder Winzer baut seinen Wein nach einer bestimmten Philosophie aus, das bestimmt die Stilistik des späteren Weines.
- Stillweine:
- Bezeichnung für Weine, die nicht Sekt oder Perlwein sind.
- Stinkerl:
- Einerseits "burgundischer" bei Burgunder-Rebsorten (kein Wein-Fehler), andererseits fehlerhafte chemische Verbindungen im Wein (z.B. Milchsäure).
- Stockabstand:
- Pflanzdichte.
- Stockkultur:
- Alte, niedrige Erziehungsform.
- Stoppel:
- Kork; wenn ein Wein "stoppelt", hat er Korkgeschmack.
- Strahlig:
- Einerseits die klare Farbe eines Weines, der glänzt, strahlt; andererseits strahlige Frucht, die klar daher kommt.
- Straußwirtschaft:
- s.u. Buschenschank, Heuriger
- Stricherlliste:
- Zettel beim Heurigen/Buschenschank, auf dem die Getränkekonsumation vermerkt wird.
- Strohwein/Schilfwein:
- s.u. Schilfwein.
- Sturm (Federweißer):
- trüber Traubenmost während der Gärung.
- Süffig:
- Zumeist ein Wein mit deutlichem Restzucker, ohne vordergründige Säure, der den "Suff" erleichtert.
- Sulfate:
- Salze und Ester der Schwefelsäure. Sulfur = Schwefel.
- Süßwein:
- Verallgemeinerung als Dessertwein.
- sur lie:
- auf der Hefe gelagert (franz. Hefesatz), direkt von der Hefe abgezogener Wein.
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Begriffe
