Meldungsarchiv 2006

Inland stabil, höhere Wertschöpfung im Export trotz fehlender Menge

ÖWM 2006: Positive Bilanz für heimischen Wein

(ÖWM, 28.12.2006) - Österreichs Winzer und Weinhändler waren im Jahr 2006 erneut erfolgreich. Ungeachtet verstärkter Konkurrenz konnten die Marktanteile im Inland verteidigt und sogar noch ausgebaut werden. Im Flaschenweinexport realisierten heimische Winzer trotz kleiner Erntemenge 2005 eine konstante Wertschöpfung. Eine flexible EU-Weinmarktordnung könnte laut Weinbaupolitik helfen, heimischen Wein als genussvolles Kulturgut zu positionieren.

Position am Heimmarkt gefestigt

Nach einer leicht rückläufigen Entwicklung in den vergangenen Jahren stieg der Gesamtweinkonsum im Jahr 2005 wieder etwas an und liegt bei derzeit 244 Millionen Liter Wein. Wichtigster Absatzpartner ist weiterhin die Gastronomie, gefolgt vom Heimkonsum (Ab-Hof-Verkauf, Lebensmittelhandel und sonstige Einkaufsstätten). Während in heimischen Restaurants fast ausschließlich Wein aus Österreich ausgeschenkt wird (ca. 84 %), konnten auch im Heimkonsum wieder leichte Marktanteilsgewinne erzielt werden (ca. 75 %). Dabei nimmt der Verkauf in Supermärkten weiterhin zulasten des Ab-Hof-Verkaufs zu.
Besonders erfreut ist die Österreichische Weinmarketinggesellschaft (ÖWM) über die Entwicklung bei der Vermarktung von Herkunftsweinen (DAC). „Mit dem Mittelburgenland DAC gibt es nun erstmals auch einen Rotwein, der seine Herkunft vor die Rebsorte stellt“, so der Kommentar von Michael Thurner, Noch-Geschäftsführer der ÖWM bis 31. Dezember 2006. „Das wird unsere Position am Markt langfristig sichern und unseren Konsumenten mehr Sicherheit geben.“

Fehlende Erntemenge bedingt  kleinere Exportmenge bei höheren Durchschnittspreisen

Im Weinexport machte sich 2006 die geringe Erntemenge des Weinjahres 2005 bemerkbar. Nachdem ein Großteil der heimischen Weinproduktion immer noch in Österreich konsumiert wird, schrumpfte die Gesamtexportmenge 2006 lt. Schätzung der ÖWM auf knapp 54 Millionen Liter bei gleich bleibendem Wert. Erfreulich entwickeln sich weiterhin die Flaschenweinexporte, die den Löwenanteil der Wertschöpfung ausmachen. Obwohl auch hier aufgrund der fehlenden Menge weniger exportiert wird, bleibt der Gesamtwert mit 66 Millionen Euro voraussichtlich auf hohem Niveau konstant. „Österreichischer Wein konnte sich in den vergangenen Jahren international ein hohes Qualitätsimage aufbauen. Dadurch stiegen die Flaschenweinexporte und vor allem die Wertschöpfung in Kernmärkten wie Deutschland, Schweiz und USA enorm an“, freut sich Michael Thurner über die Erfolge der heimischen Winzer und Weinhändler.

Betonung individueller Märkte als Notwendigkeit einer neuen EU-Weinmarktordnung

Die derzeit diskutierte Neuausrichtung der EU-Weinmarktordnung hätte auch weit reichende Auswirkungen auf den heimischen Weinmarkt. Derzeit fließt ein Großteil des Agrarbudgets im Weinbereich in die Subventionierung von Weinüberschüssen. „Dadurch kommt es aber nicht zu Veränderungen am Markt. Man bekämpft die Symptome, nicht die Ursachen“, kommentiert Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes und Aufsichtsratsvorsitzender der ÖWM. Ein übergeordnetes Maßnahmenpaket, das für alle Teilnehmerstaaten gleichermaßen gilt, hält er für wenig sinnvoll. „Auch in Zukunft soll der Schwerpunkt auf die Produktverbesserung gelegt werden. Die neue Weinmarktordnung muss dabei jedoch auf die Länderunterschiede Rücksicht nehmen“, fordert Pleil. In der Vermarktung verlangt der Österreichische Weinbauverband koordinierte Werbekampagnen zur Bekanntheitssteigerung europäischen Weins auf neuen Absatzmärkten (z. B. Osteuropa, Indien, China …).

Herkunft, Tradition und Natürlichkeit als Gegentrend zur globalen Uniformierung

Für Wilhelm Klinger, ab 1. Jänner 2007 neuer ÖWM-Chef, ist die Betonung des Produktes Wein als Kulturgut ein Herzensanliegen. „Der genussvolle und moderate Umgang muss dabei jedoch im Vordergrund stehen“, ist Willi Klinger überzeugt. Den von seinem Vorgänger Michael Thurner verstärkten Fokus auf die Kombination von Wein und Essen möchte er genauso beibehalten wie eine verstärkte Herkunftsvermarktung (DAC). Gegen die internationale Uniformierung des Weingeschmacks setzt er auf die Botschaft Wein als Handwerk, Tradition und Natürlichkeit. „Kleine Ernten wie die beiden letzten lehren uns, dass unser Wein tatsächlich ein kostbares Kulturgut ist. Wir können es uns nicht leisten, ihn zu Billigpreisen zu verschleudern. Außerdem muss die Qualitätsoffensive weitergehen. Wer bei den hierzulande anfallenden Kosten schlechte Qualität erzeugt, ist wirtschaftlich nicht überlebensfähig“, so Klinger.  

Chart: Weinexport: mehr Wertschöpfung trotz fehlender Menge

Jahrespressekonferenz
Michael Thurner (GF ÖWM bis 31.12.2006), Josef Pleil (Präsident Österreichischer Weinbauverband) und Wilhelm Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007) freuen sich über die positiven Exportbilanzen (von links). Michael Thurner, Josef Pleil und Willi Klinger präsentieren die aktuellsten Zahlen zum heimischen Wein (von links)
Michael Thurner (GF ÖWM bis 31.12.2006), Josef Pleil (Präsident Österreichischer Weinbauverband) und Wilhelm Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007) freuen sich über die positiven Exportbilanzen (von links).
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Michael Thurner, Josef Pleil und Willi Klinger präsentieren die aktuellsten Zahlen zum heimischen Wein (von links)
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Michael Thurner, Josef Pleil und Willi Klinger präsentieren die aktuellsten Zahlen zum heimischen Wein (von links) Michael Thurner, Josef Pleil und Willi Klinger präsentieren die aktuellsten Zahlen zum heimischen Wein (von links)
Michael Thurner, Josef Pleil und Willi Klinger präsentieren die aktuellsten Zahlen zum heimischen Wein (von links)
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Michael Thurner, Josef Pleil und Willi Klinger präsentieren die aktuellsten Zahlen zum heimischen Wein (von links)
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Noch- und neuer Geschäftsführer der ÖWM Michael Thurner und Willi Klinger (von links)  
Noch- und neuer Geschäftsführer der ÖWM Michael Thurner und Willi Klinger (von links)
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Michael Thurner (GF ÖWM bis 31.12.2006) Michael Thurner (GF ÖWM bis 31.12.2006)
Michael Thurner (GF ÖWM bis 31.12.2006)
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Michael Thurner (GF ÖWM bis 31.12.2006)
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Josef Pleil (Präsident Österreichischer Weinbauverband) Josef Pleil (Präsident Österreichischer Weinbauverband)
Josef Pleil (Präsident Österreichischer Weinbauverband)
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Josef Pleil (Präsident Österreichischer Weinbauverband)
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Willi Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007) Willi Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007)
Willi Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007)
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Willi Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007)
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Willi Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007)  
Willi Klinger (GF ÖWM ab 1.1.2007)
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Fotos: © ÖWM

Weinexporte: Qualität statt Quantität

Gesamt 2000 2001 2002 2003

AUSFUHR

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

Schaumweine Weine,Überdr. 1 - 3 bar <2 L

747

1.2.478

965

3.650

840

3.226

1132

3.780

Flaschenweine weiß <2 L

8.505

17.721

9.527

22.269

11.379

22.397

11351

23.808

Flaschenweine rot <2 L

5.240

12.332

6.066

14.703

7.277

18.116

10.236

23.413

Summe Flaschenweine

14.491

32.531

16.558

40.622

19.497

43.739

22.719

51.001

Summe Fassweine

21.352

7.696

34.977

11.021

55.083

16.071

60.714

19.357

Weine gesamt

35.843

40.227

51.535

51.643

74.580

59.810

83.433

70.358

 

Gesamt 2004 2005 2006*

AUSFUHR

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

Schaumweine Weine,Überdr. 1 - 3 bar <2 L

1.297

3.039

1.812

4.223

 

 

Flaschenweine weiß <2 L

10.512

26.817

16.053

31.613

 

 

Flaschenweine rot <2 L

15.613

34.534

14.546

30.459

 

 

Summe Flaschenweine

27.423

64.390

32.411

66.295

28.000

66.000

Summe Fassweine

46.660

19.112

34.727

15.300

26.000

14.000

Weine gesamt

74.083

83.502

67.138

81.595

54.000

80.000

* vorläufige Daten, Schätzung auf Basis I-X 2006
Q: STATISTIK AUSTRIA

Die Tabelle liegt im pdf-Format (20 kB) zum Download vor!

Exportentwicklung 2000 - 2006

Wichtigste Exportmärkte

  2000 2001 2002 2003

Land

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

Gesamt

35.844

40.227

51.536

50.709

74.579

59.811

83.432

70.358

Deutschland

27.360

28.500

29.260

33.857

50.352

41.987

52.819

46.440

Schweiz und Liechtenstein

593

3.264

500

3.277

685

4.256

1.348

5.851

Italien

143

448

174

571

5.074

1.761

2.771

1.566

USA

281

2.057

326

4.272

439

3.618

636

3.943

Tschechien

4.041

1.010

15.479

3.683

15.268

3.740

19.397

5.922

Niederlande

713

1.030

64

262

118

433

128

510

Großbritannien

51

354

66

598

24

313

40

553

Japan

94

525

104

632

103

627

108

669

Norwegen

37

219

19

170

23

159

90

255

Russland

-

-

1

14

4

18

9

86

 

  2004 2005 2006* Anteil Gesamtexport

Land

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

Menge

Wert

Gesamt

74.083

83.502

67.139

81.596

54.000

80.000

 

 

Deutschland

42.613

48.244

39.742

43.889

36.000

44.000

67 %

55 %

Schweiz und Liechtenstein

1.005

5.847

1.380

7.988

1.400

9.300

3 %

12 %

USA

877

4.877

988

5.673

1.200

6.800

2 %

9 %

Tschechien

21.694

8.522

17.412

7.648

9.000

4.500

17 %

6 %

Italien

2.187

6.130

2.983

6.856

950

2.400

3,9%

9,0%

Niederlande

192

713

938

1.431

550

2.000

1%

3%

Großbritannien

85

1.317

126

1.182

100

1.700

<1%

2%

Japan

140

1.185

109

958

100

900

<1%

1%

Norwegen

148

533

121

431

200

800

<1 %

1%

Russland

8

66

151

365

- -

-

-

* Schätzung ÖWM Basis I-X 2006

Die Tabelle liegt im pdf-Format (20 kB) zum Download vor!

Durchschnittspreise - Flaschenweinexport 2006*
  Preis/Liter

Großbritannien

17,6

Japan

9,7

Schweiz (inkl. Liechtenstein)

7,3

USA

5,3

Norwegen

4,7

Niederlande

3,9

Italien

3,4

Deutschland

1,7

* Schätzung ÖWM Basis I-X 2006

 

Download:
Grafik: Weinexport: mehr Wertschöpfung trotz fehlender Menge (pdf, 261 kB)
Grafik: Weinabsatz/Konsum in Österreich (pdf, 28 kB)
Grafik: GFK-Daten (pdf, 26 kB)
Grafik: AC-Nielsen-Daten (pdf, 87 kB)
Weinentwicklung Lebensmittelhandel 2000-2006 (pdf, 25 kB)
Weinernte 2006 (pdf, 25 kB)

Presseinformation /28. Dezember 2006
ÖWM/Susanne Staggl
Tel.: 01 503 92 67
Fax: 01 503 92 68
E-Mail: info@weinausoesterreich.at