Meldungsarchiv 2005

Rekordhoch bei Österreichs Flaschenweinexporten

(ÖWM, 29.12.2005) - 2005 lag österreichischer Wein hoch im Kurs. In der heimischen Gastronomie und auch im Lebensmitteleinzelhandel verteidigte heimischer Wein seine starke Position. Österreichs sinkender Pro-Kopf-Verbrauch konnte erneut durch positive Exportzahlen, insbesondere im Flaschenweinbereich, kompensiert werden. Auf die verschärfte Konkurrenzlage will man 2006 mit weiteren DAC-Weinen reagieren.

Österreicher patriotisch

In Österreich werden knapp 240 Mio. Liter Wein getrunken. Trotz sinkender Tendenz konnte österreichischer Wein seine dominante Marktposition behaupten. Während in der Gastronomie nach wie vor mehr als 84 % heimischer Wein ausgeschenkt werden, greifen Herr und Frau Österreicher auch beim Heimkonsum bei fast 3 von 4 Flaschen (73 %) zu österreichischen Kreszenzen. Immer weniger Weine (27 %) werden direkt beim Weinbauern (also Ab-Hof) gekauft, der Lebensmitteleinzelhandel konnte im abgelaufenen Jahr als Einkaufsstätte weiterhin zulegen (63 %). Auch dort kommt zumindest jede zweite Flasche, die über den Ladentisch geht, aus Österreich (54 %). „Besonders im Bouteillenbereich haben wir unsere Marktführerposition ausgebaut. Bei Weißwein kommen 72 % aus Österreich, beim Rotwein mittlerweile schon über 30 %. Das bestätigt die Qualitätsbemühungen der heimischen Weinwirtschaft“, so Michael Thurner, Geschäftsführer der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft (ÖWM) stolz über die Entwicklung am Heimmarkt.

Weinhandel als Partner der Landwirtschaft

Zeitgleich mit der Verschiebung bei den Absatzkanälen hat sich auch die Struktur der österreichischen Weinvermarktung geändert. Mit erstmals über 1500 gewerblichen Weinhändlern unterstreicht der Weinhandel seine wichtige Partnerrolle für die Landwirtschaft. „Der Mitgliederzuwachs erklärt sich auch dadurch, dass die meisten renommierten Weinbaubetriebe als Handelsunternehmen geführt werden“, kommentiert Alfred Fischer, Berufsgruppenvorstand des österreichischen Weinhandels den enormen Zuwachs. „Mehr als drei Viertel des Exportvolumens werden von Handelsunternehmen abgewickelt.“Flaschenweinexporte seit 2000 verdoppelt

Für 2005 rechnet die ÖWM mit einem Exportvolumen auf Vorjahresniveau (72 Mio. Liter zu 83,5 Mio. Euro). Erfreulich dabei ist die neuerliche Verschiebung von Fass- zu Flaschenweinen. Letztere konnten in den vergangen fünf Jahren sogar verdoppelt werden: Während im Jahr 2000 knapp 15 Mio. Liter (32 Mio. Euro) Wein in der Flasche exportiert wurden, schätzt die ÖWM diese für 2005 auf über 37 Mio. Liter (68 Mio. Euro). „Die Konzentration der heimischen Winzer und Weinhändler auf autochthone Rebsorten und gebietstypische Qualitätsweine zahlt sich aus. Genau damit punkten wir und sind weltweit zu einem der innovativsten und spannendsten Weinländer geworden“, begründet Michael Thurner den Exporterfolg. Besonders groß ist die Nachfrage neben Deutschland (52 %) auch in der Schweiz und den USA, die bereits neun und sechs Prozent des Gesamtexportumsatzes bei Wein ausmachen. Als Hoffnungsmärkte gelten weiters Holland, Norwegen und Japan. Erfolge gibt es auch in Osteuropa: im Prestigemarkt Russland konnte beim Flaschenweinexport erstmals die 100.000 Liter-Marke überschritten werden.

Das Image österreichischer Weine im Ausland ist hoch. Um langfristig auch die Qualität im Export zu sichern, hat das Nationale Weinkomitee die verpflichtende Abfüllung von Qualitätsweinen im Inland beantragt. Eine dafür notwendige Gesetzesnovelle ist bereits in Begutachtung. „Damit können wir garantieren, dass in jeder im Ausland erhältlichen Flasche Qualitätswein aus Österreich auch von uns kontrollierte Qualität drin ist“, erklärt Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes und zugleich Vorsitzender des Nationalen Weinkomitees.

EU-Weinabkommen als Chance zur Neupositionierung Europas

Vor kurzem wurde zwischen der EU und den USA ein Wein-Abkommen unterzeichnet, welches mitunter die gegenseitige Anerkennung von önologischen Verfahren und Herkunftsbezeichnungen beinhaltet. Kurzfristig soll das Weinabkommen laut Pleil keine Auswirkungen auf den Binnenmarkt haben. Langfristig befürchtet er, dass auch in Europa Produktionsstandards für die heimische Weinwirtschaft zugelassen werden, die nicht gewollt sind. „Bei uns zählen die Herkunft, die Rebsorte und der Einfluss des Jahrganges sowie des Winzers. Wein darf bei uns kein Industrieprodukt werden!“ meint Österreichs oberster Weinbauernvertreter. Die ÖWM sieht durch dieses Abkommen den bisher eingeschlagenen Weg einer verstärkten Herkunftsvermarktung bestätigt. Ein Appellationssystem (Stichwort DAC) soll dabei unverwechselbare, gebietstypische Weine in den Vordergrund stellen, die Ausdruck ihrer Herkunft und regionaler Typizität sind. „Nur so können wir uns im zunehmenden Wettbewerb besser differenzieren und positionieren“, ist Michael Thurner von der Vorwärtsstrategie überzeugt. Das Weinviertel hat mit „Weinviertel DAC “ dabei die erfolgreiche Vorreiterrolle eingenommen, weitere Gebiete sollen 2006 folgen. Grundsatzbeschlüsse dazu wurden im Mittelburgenland sowie im Kamptal bereits getroffen, in den anderen Gebieten wird eifrig weiterdiskutiert.

Chart: Flaschenweinexport in 5 Jarhen verdopplet

Flaschenweinexport in fünf Jahren verdoppelt

2000 2005* +/- 2004 -2005*

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

Liter

1.000 €

Summe Flaschenweinexporte

14.491

32.531

37.000

68.000

155%

109%

Weinexporte: Qualität statt Quantität

Gesamt 2000 2001 2002 2003

AUSFUHR

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

Schaumweine

576

1.998

641

2.468

428

1.760

650

2.421

Weine,Überdr. 1 - 3 bar <2 L

170

480

324

1.182

413

1.466

482

1.359

Qualitätsweißweine, <2 L

5.065

11.372

5.128

12.982

6.154

12.238

6.651

14.035

Qualitätsrotweine,<2 L

4.287

9.663

5.296

12.122

5.833

14.274

8.381

18.475

Andere Weißweine, <2 L

3.430

6.224

4.387

9.173

5.211

10.068

4.690

9.666

Andere Rotweine, <2 L

953

2.669

770

2.581

1.445

3.842

1.854

4.938

Prädikatsweine, <2 L

10

125

13

114

14

91

10

107

Summe Flaschenweine

14.491

32.531

16.558

40.622

19.497

43.739

22.719

51.001

Weine,Überdr. 1 - 3 bar, >2 L

-

-

-

-

125

28

-

1

Qualitätsweißweine, >2 L

3.223

990

626

324

1.607

726

2.155

846

Qualitätsrotweine, >2 L

3.137

2.067

1.833

1.149

2.077

1.420

2.508

1.700

And. Weißweine, >2 L

13.279

3.532

27.694

7.100

44.648

11.122

49.737

14.397

And. Rotweine, >2 L

1.689

985

4.818

2.394

6.618

2.750

6.305

2.358

Prädikatsweine, >2 L

24

122

6

54

8

25

9

56

Summe Fassweine

21.352

7.696

34.977

11.021

55.083

16.071

60.714

19.357

Weine gesamt

35.843

40.227

51.535

51.643

74.580

59.810

83.433

70.358

 

Gesamt 2004 I - X 2005 2005* +/- 2004 - 2005*

AUSFUHR

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

1.000 Lt

1.000 €

Schaumweine

760

2.021

236

1.319

 

 

 

 

Weine,Überdr. 1 - 3 bar <2 L

537

1.018

328

692

 

 

 

 

Qualitätsweißweine, <2 L

8.533

17.569

7.472

15.720

 

 

 

 

Qualitätsrotweine,<2 L

12.981

29.060

17.548

23.803

 

 

 

 

Andere Weißweine, <2 L

1.971

9.157

4.458

9.531

 

 

 

 

Andere Rotweine, <2 L

2.632

5.474

2.200

4.503

 

 

 

 

Prädikatsweine, <2 L

7

91

25

131

 

 

 

 

Summe Flaschenweine

27.423

64.390

32.266

55.699

37.000

68.000

+35%

+6%

Weine,Überdr. 1 - 3 bar, >2 L

3

51

92

1

 

 

 

 

Qualitätsweißweine, >2 L

1.572

800

1.478

641

 

 

 

 

Qualitätsrotweine, >2 L

3.888

2.850

4.123

2.249

 

 

 

 

And. Weißweine, >2 L

33.710

11.757

13.196

5.119

 

 

 

 

And. Rotweine, >2 L

7.484

3.605

5.683

2.718

 

 

 

 

Prädikatsweine, >2 L

3

49

3

20

 

 

 

 

Summe Fassweine

46.660

19.112

24.575

10.748

35.000

15.500

-25%

-19%

Weine gesamt

74.083

83.502

56.841

66.447

72.000

83.500

-3%

0%

* vorläufige Daten, Schätzung auf Basis I-X 2005
Q: STATISTIK AUSTRIA

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Exportentwicklung 2000 - 2005

Wichtigste Exportmärkte

  2000 2001 2002 2003

Land

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

Gesamt

35.844

40.227

51.536

50.709

74.579

59.811

83.432

70.358

Deutschland

27.360

28.500

29.260

33.857

50.352

41.987

52.819

46.440

Tschechien

4.041

1.010

15.479

3.683

15.268

3.740

19.397

5.922

Schweiz und Liechtenstein

593

3.264

500

3.277

685

4.256

1.348

5.851

Italien

143

448

174

571

5.074

1.761

2.771

1.566

USA

281

2.057

326

4.272

439

3.618

636

3.943

Niederlande

713

1.030

64

262

118

433

128

510

Großbritannien

51

354

66

598

24

313

40

553

Japan

94

525

104

632

103

627

108

669

Norwegen

37

219

19

170

23

159

90

255

Russland

-

-

1

14

4

18

9

86

 

  2004 2005* Anteil Gesamtexport

Land

1.000 lt

1.000 €

1.000 lt

1.000 €

Menge

Wert

Gesamt

74.083

83.502

72.000

83.500

 

 

Deutschland

42.613

48.244

40.000

43.000

55,6%

51,5%

Tschechien

21.694

8.522

21.000

9.000

29,2%

10,8%

Schweiz und Liechtenstein

1.005

5.847

1.100

7.500

1,5%

9,0%

Italien

2.187

6.130

2.800

7.500

3,9%

9,0%

USA

877

4.877

900

5.000

1,3%

6,0%

Niederlande

192

713

950

1.200

1,3%

1,4%

Großbritannien

85

1.317

130

1.200

0,2%

1,4%

Japan

140

1.185

100

900

0,1%

1,1%

Norwegen

148

533

130

400

0,2%

0,5%

Russland

8

66

150

350

0,2%

0,4%

*ÖWM-Hochrechnung auf Basis I-X 2005

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Durchschnittspreise - Flaschenweinexport 2005*
  Preis/Liter

Japan

9,28

Großbritannien

8,82

Schweiz und Liechtenstein

7,12

USA

5,70

Norwegen

4,92

Italien

3,29

Russland

2,47

Deutschland

1,44

Niederlande

1,31

Tschechien

0,47

* Schätzung ÖWM Basis I-X 2005

 

Rekordhoch bei Österreichs Flaschenweinexporten
Alfred Fischer, Michael Thurner und Josef Pleil freuen sich über die Zuwächse im Flaschenweinexport Michael Thurner
Alfred Fischer, Michael Thurner und Josef Pleil freuen sich über die Zuwächse im Flaschenweinexport
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Michael Thurner
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Josef Pleil Alfred Fischer
Josef Pleil
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Alfred Fischer
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Alfred Fischer, Michael Thurner und Josef Pleil bei der Pressekonferenz  
Alfred Fischer, Michael Thurner und Josef Pleil bei der Pressekonferenz
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Presseinformation / Dezember 2005
ÖWM/Susanne Staggl
Tel.: 01 503 92 67
Fax: 01 503 92 68
E-Mail: info@weinausoesterreich.at