Österreichischer Wein: 2004 weiter
erfolgreich
(Wien, 29.12.04, ÖWM) - Heimischer Wein
hat sich im abgelaufenen Weinjahr national und international erfolgreich
behauptet. „Gestärkt durch den hohen Marktanteil im
Inland konnten trotz Konjunkturflaute und Euro-Stärke die
Weinexporte massiv gesteigert werden. Im letzen Jahr fanden vor
allem Österreichs Rotweine großen internationalen Anklang“,
so ÖWM-Chef Michael Thurner anlässlich der Jahresbilanz-Pressekonferenz
im Wiener Hotel Sacher.
Heimmarkt stabil
Österreichischer Wein liegt nicht nur international, sondern
auch in Österreich im Trend. Dies zeigen neben einer zuletzt
veröffentlichten AC-Nielsen-Studie auch die offiziellen Marktdaten
der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft (ÖWM).
So werden in der heimischen Gastronomie nach wie vor fast ausschließlich
(84%) österreichische Weine getrunken. Auch beim Heimkonsum
greifen Herr und Frau Österreicher bei drei von vier Flaschen
(74%) zu Weinen aus heimischen Rieden. Während hingegen nur
noch 29% der Weine direkt Ab-Hof gekauft werden, konnte der Lebensmitteleinzelhandel
(LEH) als Einkaufsstätte für den Heimkonsum weiter zulegen
(59%).
Aber auch dort scheint es mit den hohen Zuwachsraten der letzen
Jahre zu Ende zu sein. Mit 54% Marktanteil konnte österreichischer
Wein dort seine Vormachtsstellung bestätigen. „Das Weißweinsegment
besetzen wir mit fast 72% dominant, beim Rotwein sehe ich noch
Aufholpotenzial. Hier hat der LEH teilweise schon auf das größere
Angebot unserer Winzer und Weinhändler reagiert“, so ÖWM-Geschäftsführer
Michael Thurner zufrieden mit der Entwicklung am Heimmarkt.
Sekt soll wieder Prosecco verdrängen
Mit 1. April 2005 fällt die Schaumweinsteuer in Österreich
weg. Sie stellt seit ihrem Bestehen einen krassen Wettbewerbsnachteil
für die heimische Sektbranche dar. Dazu Rudolf Schwarzböck,
Vorsitzender der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern: „Die
Wettbewerbsgleichheit heimischer Sekte gegenüber Konkurrenzprodukten
wie Prosecco ist damit wieder gegeben. Dies trägt zur Sicherstellung
der Sektgrundweinproduktion in vielen Weinbaugebieten Österreichs
und somit zur Einkommenserhaltung zahlreicher Weinbauernfamilien
bei.“ Die heimische Weinwirtschaft erhofft sich mit der Auflösung
eine positive Marktanteilsverschiebung von Perlweinen à la
Prosecco zugunsten heimischer Sekte.
Rekordwertschöpfung im Weinexport – Österreichischer
Rotwein boomt
Die positive Erfolgsbilanz der letzten Jahre beim Weinexport setzte
sich fort. Die ÖWM rechnet im abgelaufenen Jahr mit einem
Gesamtexport von ca. 70 Millionen Litern und einer daraus resultierenden
Wertschöpfung von über 80 Millionen Euro. „Damit
haben unsere Winzer im Export so viel verdient wie nie zuvor. Das
Ergebnis der stetigen Qualitätsbemühungen schlägt
sich nun in der höheren Wertschöpfung nieder, wir sind
am richtigen Weg“, kommentiert Michael Thurner die erneut
positive Exportbilanz. Besonders freut sich Thurner über ein
Exportplus von 60% im Flaschenweinbereich, während die Fassweinexporte
wie erwartet rückläufig waren. „Neben der höheren
Wertschöpfung bei den Flaschenweinen muss man hervorheben,
dass auch unsere Rotweine international immer beliebter werden.
Besonders regionaltypische Weine wie Zweigelt, Blaufränkisch
oder St. Laurent liegen im Trend“, so der Weinmarketing-Chef
stolz auf die Erfolge der heimischen Rotweinwinzer.
Positive Exportzahlen gibt es aus allen Fokus-Exportmärkten
zu berichten. Neben besseren Durchschnittspreisen in Deutschland
konnte auch in die USA trotz Dollarschwäche mehr Wein geliefert
werden. Ebenfalls die Schweiz, Norwegen, Großbritannien,
die Niederlande und neuerdings Japan dürfen sich über
mehr und besseren Wein aus Österreich freuen.
Weltmarkt unter Druck – USP gefragt
Trotz der Erfolge will sich die heimische Weinwirtschaft nicht
auf ihren Lorbeeren ausruhen. Laut dem Internationalen Weinamt
(OIV) in Paris übersteigt die weltweite Weinproduktion den
Konsum um jährlich 10 - 20%. Weiters rechnet man mit steigender
Qualität der erzeugten Weine und einem noch größeren
Angebotsüberschuss im Qualitätsweinsegment. Thurner sieht
dies als „neuerlichen Auftrag, uns auf unsere Stärken
zu besinnen und sie für zielgerichtetes Marketing einzusetzen.
Für klein strukturierte Weinwirtschaften wie in Österreich
wird es immer schwieriger sich am Weltmarkt zu behaupten. Nur einfache
Botschaften auf den Etiketten sowie klare, regionaltypische Geschmacksprofile
werden unsere Weine langfristig konkurrenzfähig machen. Das
Regionaltypische ist unser USP!“ so der Marketingexperte.
Ein erfolgreiches Beispiel stellt Österreichs erster Herkunftswein
mit klarem Geschmacksprofil (Weinviertel DAC) dar. Auf die Frage,
wann man mit dem nächsten DAC-Gebiet rechnen könnte,
hält sich der Weinmarketingchef bedeckt: „Es ist eine
Entscheidung der Weinbaugebiete, sie wird nicht von oben diktiert.
Gute Entscheidungen brauchen in manchen Gebieten einfach Zeit“.
Schwarzböck sieht einen weiteren USP für die heimische
Weinwirtschaft im Ausbildungsbereich. Mit der Einrichtung einer
Weinbauausbildung auf universitärer Ebene – konkret
wurde an der Wiener Universität für Bodenkultur ein Bakkalaureatstudium
zu den Themen „Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft“ errichtet – wurde
jetzt „die Basis für eine nachhaltig positive Entwicklung
des Weinbaues in Österreich gelegt“, so Schwarzböck.
Auch an der Fachhochschule in Eisenstadt wird seit kurzem „Internationales
Weinmanagement und Weinmarketing“ unterrichtet.
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Michael Thurner (li) und Rudolf Schwarzböck
freuen sich über die Sensationsmeldungen zum Weinexport
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Michael Thurner
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Michael Thurner (li) und Rudolf Schwarzböck
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Rudolf Schwarzböck
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Michael Thurner
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Alle Fotos: © ÖWM
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